Büro für Integration in seiner Mittlerrolle erhalten – ein OP-Leserbrief von Kurt Bunke

Der Landkreis ist weiterhin in der Verantwortung! Integrationsorientierte Politik bleibt Gemeinschaftsaufgabe.

Die Flüchtlingszahlen sinken, und der Kreis kündigt Verträge für Unterkünfte. So lesen wir es in der Oberhessischen Presse vom 26. September. Zum Glück hat die Zeitung gründlich recherchiert. Es sinken nur die Zahlen derjenigen, über deren Asylantrag noch nicht entschieden ist. Die muss der Landkreis in Wohnungen unterbringen, die er mit Geld des Bundes anmietet. Im Gegenzug steigt die Zahl der Flüchtlinge, die jetzt bei uns Asyl oder subsidiären Schutz gefunden haben. Sie müssen bezahlbaren Wohnraum finden, in Lohn und Brot kommen, ihre Ausbildung abschließen, Schulen besuchen und studieren.
Die Aufgabe der Integration fängt also gerade erst an.

Zahlreiche Flüchtlingsinitiativen im Landkreis packen diese Aufgabe an. Allein in Cölbe leisten wir unbezahlt und freiwillig die Arbeit von rund vier Sozialarbeitern. In Gladenbach, Kirchhain, Rauschenberg, Münchhausen, Wohra, Stadtallendorf, Lohra und allen größeren Orten ist es nicht anders. Wir brauchen dringend die Unterstützung durch qualifiziertes pädagogisches Personal, das vom Landkreis bezahlt wird. Und wir brauchen Unterstützung in der Kreisverwaltung.

Über Jahrzehnte hat sich das Büro für Integration als kompetenter und geachteter Partner der freiwillig Tätigen bewährt. Der Landkreis hat es in Stadtallendorf eingerichtet. Es vermittelt zwischen Behörden, Kirchen, Hilfsorganisationen und Flüchtlingsinitiativen und optimiert damit die Flüchtlingshilfe im Landkreis. Es muss dringend mit seinen jetzigen Aufgaben und Kompetenzen erhalten bleiben. Wer es unter Berufung auf angeblich sinkende Flüchtlingszahlen den bürokratischen Aufgaben von Jobcenter und Ausländerbehörde unterordnet, der leistet der Integrationsarbeit einen Bärendienst.

Dr. Kurt Bunke, Am Lohberg 5, 35091 Cölbe, 26.9.16